Archiv-Gespräch.

„Die Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt – Die Aktualität in Archiv und Öffentlichem Raum“

MONTAG 28.9.2020 19 UHR  PODIUMSGESPRÄCH: »DIE AUSSENWELT DER INNENWELT DER AUSSENWELT — DIE AKTUALITÄT IN ARCHIV UND ÖFFENTLICHEM RAUM« 

GESPRÄCH MIT  PROF. DR. FLORIAN MATZNER AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE MÜNCHEN DR. NILS PLATH UNIVERSITÄT ERFURT DR. MANFRED WICHMANN KURATOR SAMMLUNGEN UND ARCHIV STIFTUNG BERLINER MAUER MODERATION DR. ELISA PRIMAVERA-LÉVY REDAKTEURIN SINN UND FORM – BEITRÄGE ZUR LITERATUR 

GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER BESUCHERZENTRUM
BERNAUER STRASSE 119
13355 BERLIN 

Das Archiv, seiner (Wort-)Herkunft nach ein Ort, an dem das wichtige Nicht-mehr-Aktuelle Aufbewahrung, Sicherung und Überlieferung erfahren soll, bestimmt sich aus der Differenz zu dem, was es nicht beinhaltet: das da in einem Draußen mit der Zeit Vergehende. Sein Innen aber, wo den ausgewählten Archivalien durch Einlagerung und Speicherung Bedeutung zugeschrieben wird, zeigt sich doch auch immer von dem bestimmt, was da Draußen weiter passiert. So spiegeln Archive ein sich in der Geschichte wie in den uns gegenwärtigen Zeiten verändert zeigendes Verhältnis von Innen und Außen, von öffentlichem und geschlossenem Raum, von Aktualität und Irrelevanz, von Geschichte und Hier und Jetzt. 

Archive sind von alters her konkrete Gebäude oder Räumlichkeiten, an denen Archivalien – zumeist Schriftstücke – Aufbewahrung finden. Sie nahmen und nehmen als sehr bestimmte Orte in den wechselhaften politischen und den zumeist städtisch-architektonischen Ordnungen einen wichtigen Platz ein – und repräsentieren vielfältige Prozesse von Bedeutungskonstitutionen, An- und Enteignungen wie Autoritätsbehauptungen und -verlusten.  

Ursprünglich nichts als ein Kasten, in dem Schriftgut aufbewahrt wurde, und heute Bezeichnung für eine Institution oder Organisationseinheit, die der Aufbewahrung und Nutzbarmachung von Sammlungsstücken mit sehr spezifischen Zielen dient, wird das Archiv als „Gedächtnis der Herrschaft“ (A. Assmann) betrachtet. Allgemeiner auch definiert als ein allgemeines System der Formation und der Transformation von Aussagen (M. Foucault) lebt das Archiv von der Re-Aktualisierung seiner Bestände. Wie sich diese in Neu-Lektüren und durch Umschriften produktiv gestaltet – und dies vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Digitalisierung, die bis vor Kurzem noch ungeahnte Zugriffsmöglichkeiten auf die Bestände ermöglicht –, ist die eine länger schon aktuelle Frage. Wenn Archive in einer zunehmend von Digitalisierungs- und Globalisierungsprozessen her gedachten Zeit und Welt nicht mehr allein als die repräsentablen oder geheimen Orte betrachtet werden können, die so einfach zur Herrschaftssicherung und Wissensbestandaufnahme dienen, drängt sich die noch aktuellere Frage auf, wie man im Archiv und seinem Außen ein für konkrete städtische Räume wie für widerstreitende globale Weltansichten gleichermaßen relevantes Verhältnis von Innen- und Außenwelt abgebildet finden kann. 

Unter dem Titel „Die Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt – Aktualität im Archiv und Öffentlichen Raum“ soll dies in einem Gespräch zum Archiv und zum öffentlichen Raum als erörtert werden. 

Dabei sollen zum einen verschiedene Formen produktiven Lektüren und Umschriften von Archivbeständen angesprochen und zum anderen die Funktion von Kunst im öffentlichen Raum besondere Beachtung finden, die als Intervention auf „Öffentlichkeit und Erfahrung“ (Oskar Negt/Alexander Kluge) wirken kann. 

Talkin‘ 2020

Gesprächsrunde #6

Gedanken-Gänge durch die Landschaften des Urbanen

Prof. Dr. Kai Vöckler im Gespräch mit Malte Bergmann

Moderation: Dr. Nils Plath

Freitag 17. Januar 2020 | 20 Uhr

„Mit der Straßenkarte von Groß-London den Harz durchwandern…“ fordert Alexander Kluge zum ‚Crossmapping‘ auf. Wie produktiv solch verfremdendes Perspektivieren auch umgekehrt mit Blick auf Stadträume ist, soll sich in diesem Generationen-Gespräch zeigen. Eingeladen sind der Stadtforscher Malte Bergmann (Berlin) und der Urbanist Prof. Dr. Kai Vöckler (Offenbach), von ihren Gedankengängen und Feldforschungen zu berichten. Moderiert von Dr. Nils Plath wird sich das Gespräch um die Frage nach dem Verhältnis von Natur und Kultur, von Welt und Umwelt und um das Gehen und Schauen in den künstlichen Biotopen der Kulturen und imaginierten Communities drehen.

Unter dem Titel „Talkin‘ ‛bout my generation“ veranstaltet oqbo in den Jahren 2019 und 2020 zehn Gesprächsrunden. Die Reihe bringt ältere und jüngere Vertreter*innen verschiedenster kultureller Schaffens- und Wissensbereiche zusammen, um über Erzählformen und Wahrheitsbegriffe, über das Schreiben über Kunst, Inspirationsquellen der eigenen Arbeit, die Zukunft des Verhältnisses von Stadt und Land, künstlerische Karriereplanung, die Berührungskraft der Lyrik, die Radikalität der Stille, das Verschwinden der Objekte, Stadt und Fantasie, Kunst im öffentlichen Raum und über Kunst im Zeitalter von Instagram und Co. öffentlich zu diskutieren.

oqbo | raum für bild wort ton
Brunnenstraße 63 | 13355 Berlin
do + fr + sa 15:00 Uhr ‡ 18:00 Uhr
www.oqbo.de | info@oqbo.de
Tel. 0157 - 753  663 52